Energierechtliche Rahmenbedingungen
Effizienzsysteme sind Voraussetzung für Entlastung von Umlagen und Steuern und für Nicht-KMU bald verpflichtend. In der nachstehenden Übersicht (Stand Januar 2015) haben wir für Sie dargestellt, welche Gesetzesgrundlagen für Ihr Unternehmen relevant sind und welche Handlungspflichten hinsichtlich der Einführung von Energieeffizienzsystemen (Managementsysteme oder alternative Ansätze) sich für Sie ergeben. Auf den folgenden Seiten erläutern wir Ihnen die genannten rechtlichen Grundlagen und Anforderungen ausführlicher.

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Im Februar 2015 hat der Bundestag den Gesetzentwurf zur Änderung des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) und damit zur Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) in nationales Recht verabschiedet. Die Gesetzesänderung hat unter anderem die Erfüllung der EU-Ziele zur Steigerung der Energieeffizienz um 20 % bis zum Jahr 2020 zum Ziel. Der Gesetzentwurf wurde im März 2015 im Bundesrat besprochen und ist dadurch in Kraft getreten.

Der Gesetzentwurf beinhaltet die folgenden Regelungen:

  • Alle Unternehmen, die nicht unter die KMU-Regelung fallen, müssen bis spätestens 5. Dezember 2015 ein Energieaudit nach DIN EN 16247durchführen.
  • Aternativ kann entsprechend der Übergangsregelung* ISO 50001 oder EMAS eingeführt werden.
  • Nach Ablauf der Übergangsfrist muss die Einführung des Systems vollständig abgeschlossen sein.
  • Für Unternehmen mit vielen gleichartigen Standorten (z.B. Filialisten) ist ein Multi-Site Verfahren beim Energieaudit möglich.
  • Die ISO 14001 reicht zur Erfüllung der Auditpflicht nicht aus.

 

Wir informieren Sie über die aktuellen rechtlich bindenden Entwicklungen und Anforderungen zum EDL-G auf dieser Website und mit unserem Infoflyer.

*Nachweis über den Beginn der Einführung des Systems zwischen dem 5.12.2015 und dem 31.12.2016 erforderlich.

Seit der Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) im Juni 2014 müssen Unternehmen bereits ab einem Jahresstromverbrauch von 1 GWh ein System zur Verbesserung der Energieeffizienz nachweisen, um eine Begrenzung der EEG-Umlage bei dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu beantragen.

Für Unternehmen mit einem Stromverbrauch von 1 bis 5 GWh genügt der Nachweis eines sogenannten alternativen Systems wie bei der Rückerstattung der Strom- und Energiesteuer nach der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung. Unternehmen, die mehr als 5 GWh Strom pro Jahr verbrauchen, müssen sogar ein zertifiziertes Energie- oder Umweltmanagementsystem vorweisen. Mit der Begrenzung können die Kosten der EEG-Umlage erheblich reduziert werden.

Wir bereiten Ihr Unternehmen auf die Anforderungen des EEG und eine erfolgreiche Zertifizierung der jeweiligen Systeme vor. Die erfahrenen und akkreditierten Gutachter unseres Partnerunternehmens der Arqum Zert GmbH können dann im nächsten Schritt Ihr System unabhängig zertifizieren.

Durch die Einführung des sog. „Alternativen Systems“ zur Verbesserung der Energieeffizienz können kleine und mittlere Unternehmen die Entlastung von der Energie- und Stromsteuer beim Hauptzollamt beantragen. Für Nicht-KMU gilt die Einführung eines Energiemanagementsystems nach dem „vertikalen Ansatz“ der ISO 50001 als Voraussetzung für die Beantragung der Steuerentlastungen nach dem Energie- und Stromsteuergesetz. Im Jahr 2013 und 2014 genügte es, die Einführung des entsprechenden Systems nachzuweisen. Ab dem Jahr 2015 gilt das Regelverfahren, bei dem das System vollständig umgesetzt sein muss. Nutzen Sie unseren Infoflyer um sich über die aktuellen Anforderungen zu informieren.

Zum Nachweis der Einführung eines Systems zur Verbesserung der Energieeffizienz wird von einem zugelassenen Umweltgutachter oder einer Zertifizierungsstelle ein Testat ausgestellt. Hierzu findet eine Vor-Ort-Besichtigung des Unternehmens statt. Mindestens zwei Wochen vor diesem Termin müssen die entsprechenden Unterlagen über die Energieträger, Energieverbraucher und Energieeinsparmaßnahmen beim Umweltgutachter eingereicht werden. Bis zum 31. Dezember eines Jahres müssen alle Anforderungen erfüllt sein, um den Erstattungsantrag für das jeweilige Jahr beim Hauptzollamt stellen zu können. In unseren beiden Kundeninformationen zum Alternativen System bzw. zum Vertikalen Ansatz der ISO 50001 informieren wir Sie darüber, was im Detail zu tun ist.

Wir berechnen für Sie kostenlos, mit welcher Rückerstattung Sie in diesem Jahr rechnen können und leisten Unterstützung bei der Erfüllung aller Aufgaben zur erfolgreichen Testierung. Ihr System können Sie dann im Anschluss durch die akkreditierten Auditoren der Arqum Zert GmbHtestieren lassen.

Unternehmen, die für eine Beantragung des Spitzenausgleichs gemäß der Spitzenausgleich-Effizienzsystem-Verordnung (SpaEfV) in Frage kommen, müssen die dazu erforderlichen Nachweise von unabhängigen und zugelassenen Gutachtern testieren lassen. Die Gutachter unseres Partnerunternehmen Arqum Zert GmbH können diese Testierung durchführen. Sie verfügen über langjährige und branchenübergreifende Erfahrung bei der Einführung und Umsetzung von Umwelt-, Energie- und Qualitätsmanagementsystemen. Darüber hinaus sind sie bei namhaften DAkkS-akkreditierten Zertifizierungsstellen als freie Auditoren für ISO 14001, EMAS und ISO 50001 akkreditiert. Die Gutachter der Arqum Zert GmbH sind für die folgenden Bereiche zugelassen:

  • Landwirtschaft,
  • Forstwirtschaft,
  • Herstellung von Nahrungs- und Genussmitteln,
  • Getränkeherstellung,
  • Herstellung von chemischen Erzeugnissen,
  • Herstellung von Metallerzeugnissen,
  • Gesundheitswesen.