Sensibilisierung für Umweltthemen – kein Selbstläufer:

Dauerhafte Verbesserungen im Umweltschutz wird es nur geben, wenn möglichst viele Menschen ihr Verhalten ändern, egal ob im Betrieb oder im privaten Umfeld. Nur wie schafft man es, die eigenen Mitarbeiter oder Familienmitglieder dauerhaft für das Thema zu sensibilisieren und welche Prinzipien müssen dabei berücksichtigt werden?

Interesse zu wecken ist das wichtigste Prinzip, das beherzigt werden sollte. Interessierte Menschen, die sich auch emotional angesprochen fühlen, sind eher bereit, Informationen über gewünschte Verhaltensänderungen auch aufzunehmen: Das Bild des scheinbar traurig dreinblickenden Eisbären auf einer Eisscholle, dem das Eis aufgrund der hohen CO2-Emissionen und des Klimawandels unter den Tatzen wegschmilzt, rührt uns an und weckt unser Interesse. Verbunden mit ein paar wenigen Zahlen und Fakten kann die Zielgruppe anschaulich über die grundsätzliche Problemstellung informiert werden.

Aber der Eisbär ist weit weg – was habe ich damit zu tun? Persönliche Betroffenheit bzw. den Bezug des Themas zum eigenen Arbeits- oder Lebensumfeld herzustellen ist ebenfalls wichtig. Auch hierzu bedarf es ein paar anschaulicher Fakten: „Wenn ich Dich jeden Morgen mit dem Auto zur Schule fahre, verbrauche ich im Jahr 150l Benzin und erzeuge dadurch 400 kg CO2. Wenn das alle Schüler Deiner Schule machen, sind das schon 400.000 kg CO2.“

Nun ist der Boden für die Vermittlung gezielter Verhaltensempfehlungen bereitet. Der Adressat kennt ein paar Informationen über die globale Situation und kann sich anhand einiger Zahlen vorstellen, was das eigene Verhalten für Auswirkungen hat und warum diese relevant sind.

Die Verhaltensempfehlung sollte einfach gehalten und machbar sein. Optimal ist es, wenn sie auch noch mit einer Belohnung verbunden ist bzw. die Zielgruppe erkennen kann, dass es sich lohnt, das Verhalten zu ändern: „Wenn Du jeden Tag mit dem Fahrrad zur Schule fährst, erzeugst Du 0kg CO2 und machst Dich auch noch fit für das nächste Fußballspiel. Aus einem Teil der gesparten Benzinkosten spendiere ich bei Eurem nächsten Heimspiel einen Kasten Limo.“

Aber bleiben wir realistisch: Kleine Kinder sind noch sehr offen für gezielte Verhaltensempfehlungen. Je älter die Zielgruppe ist, desto länger dauert es Veränderungen zu erreichen. Langer Atem ist gefragt und unterschiedliche Kommunikationsformen. Neben regelmäßig vermittelten Tipps können spezielle Aktionstage z.B. zur Elektromobilität oder spielerische Rätsel dienen, damit Mitarbeiter beziehungsweise die eigenen Kinder angesprochen werden. Auch könnten durch eine Umweltlandkarte die wichtigsten Umweltthemen wie z.B. wichtige Energieverbraucher und damit verbundene Verhaltensempfehlungen besser visualisiert werden. Darüber hinaus stärken gemeinsame Aktionen das Bewusstsein für das Thema Umwelt und können Spaß machen. Beispielsweise eine Fahrradwoche, durch die gemeinsam eine reale Zahl an Emissionen eingespart werden kann.

Wichtig ist schließlich noch, dass die Leitung des Unternehmens oder der Familie eine Vorbildfunktion übernimmt und sich nicht dabei erwischen lässt, mit dem Auto die 2km zum Brötchenholen zu fahren.