Aktuelle Analyse verpflichtender Nachhaltigkeitsberichte zeigt Defizite beim Umwelt- und Klimareporting

Die vom Umweltbundesamt veröffentlichte Studie „Klima- und Umweltberichterstattung deutscher Unternehmen“ wurde vom IÖW, dem Fair Finance Institute und Arqum im Auftrag des Umweltbundesamts durchgeführt und bringt spannende Ergebnisse in Bezug auf die deutsche CSR-Berichtspraxis zu Tage. Unternehmen, die nach dem CSR-RUG berichtspflichtig sind, berichten mit jedem Jahr umfangreicher über Klima, Wasser, Ressourcen und Abfall. Gleichzeitig bestehen jedoch noch große Lücken. So ist Klima das dominierende Umweltthema in der Berichterstattung, andere Umweltthemen fallen dahinter zurück.
So haben für das Jahr 2019 haben mehr als 80% der Unternehmen über Klima berichtet, während nur etwa 20% der Unternehmen Angaben zur Luftreinhaltung und Biodiversität machten. Die Studie zeigt außerdem, dass eine Verankerung der Verantwortung für Nachhaltigkeit auf höchster Leitungsebene, das Bestehen eines Umweltmanagementsystems und die Nutzung von Berichtsstandards mit einer umfangreicheren Berichterstattung einhergeht.

Deutlich wird, dass die identifizierten Lücken in der Berichterstattung oft an den unzureichenden gesetzlichen Vorgaben liegen. Das Umweltbundesamt schlägt daher unter anderem vor, EU-weit Berichtspflichten für einzelne Umweltthemen festzulegen. Auch die von der EU-Kommission Ende April vorgelegten Novellierungsvorschläge für die CSR-Richtlinie (Corporate Sustainability Reporting Directive) enthalten konkrete Vorschläge zur Ausweitung und Intensivierung der verpflichtenden Berichterstattung. So könnten zukünftig (ab dem Geschäftsjahr 2023) Unternehmen ab einer Größe von 250 MitarbeiterInnen unter die Berichtspflicht fallen.

Die Broschüre „Klima- und Umweltberichterstattung deutscher Unternehmen“ mit den Studienergebnissen, guten Berichtspraktiken und Handlungsempfehlungen hat das Umweltbundesamt hier veröffentlicht.

Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie zur (zukünftigen) CSR-Berichtspflicht Fragen haben oder wissen möchten, welche Auswirkungen durch die Novelle der CSR-Berichtspflicht auf Sie zukommen könnten.

Ansprechpartnerin bei Arqum:
Theresa Steyrer