Zeitersparnis bei der Gefahrstofforganisation – Betriebsanweisungen zusammenfassen!

Da Betriebsanweisungen (BAs) für Gefahrstoffe am Einsatzort des Stoffs für die Mitarbeiter zugänglich sein sollen, stellt diese Anforderung für Betriebe mit vielen Gefahrstoffen eine Herausforderung dar. Dabei ist es nicht zwingend erforderlich, für jeden Gefahrstoff einzeln eine Betriebsanweisung zu erstellen. Die Zusammenfassung vorhandener BAs wird empfohlen, um die Übersichtlichkeit zu gewährleisten. Da BAs immer am Einsatzort des jeweiligen Stoffes für die Mitarbeiter zugänglich sein sollten, vermindert sich auf diese Weise die Anzahl der auszuhängenden Dokumente.

Die Zusammenfassung von Gefahrstoffen in Gruppen bei der Erstellung von Betriebsanweisungen ist gelebte Praxis. Eine direkte „Rechtsgrundlage“ gibt es nicht. Die TRGS 555 als für die Erstellung von Betriebsanweisungen gültiges Richtliniendokument nennt die Gruppierung von Betriebsanweisungen in Kapitel 3.1 Absatz 14 direkt als Möglichkeit zur Vereinfachung:

ba_vereinfachung

 

Auch in der BGI/GUV-I 853 – Betriebsanweisungen nach der Biostoffverordnung (Absatz 8 und 9) ist die Gruppierung von Betriebsanweisungen explizit als Vereinfachungsmöglichkeit genannt.

Es wird empfohlen, für toxische Stoffe und CMR-Stoffe in jedem Fall separate Einzelbetriebsanweisungen zu erstellen. Bei Gruppenbetriebsanweisungen könnten bspw. nach R-Sätzen/H- und EUH-Sätzen differenzierte Gruppen gebildet werden. Die entstehenden Gefährdungen und zu treffenden Schutzmaßnahmen gelten als weitere Orientierung bei der Bildung möglicher Gruppen. Ein Beispiel dafür könnte die Gruppenbetriebsanweisung Ätzende Reiniger der Sammlung von Musterbetriebsanweisungen der VBG sein.
Quellen: TRGS 555, BGI/GUV-I 853, VBG