Energieauditpflicht 2019: Rechtzeitig die Weichen stellen!

>>>Energieauditpflicht 2019: Rechtzeitig die Weichen stellen!

In 2019/2020 steht für die meisten Unternehmen das zweite Energieaudit an. Die Durchführung des Energieaudits nach EDL-G war erstmals zum 05.12.2015 gesetzlich verpflichtend für alle nicht-KMU durchzuführen und ist alle vier Jahre zu wiederholen. Bei der Durchführung des zweiten Energieaudits sind einige Änderungen zu beachten.

So kann zum Beispiel die Anwendung der 90 %-Regel in einem Unternehmensverbund nun vereinfacht durchgeführt werden. Dies ermöglicht es Unternehmensgruppen, dass sie eventuell komplette Gesellschaften nicht betrachten müssen. Wird das Multi-Site-Verfahren angewendet, müssen beim zweiten Energieaudit andere Standorte betrachtet werden als im ersten Energieaudit.

Nach der 90 %-Regel müssen mindestens 90 % des Gesamtenergieverbrauchs im Rahmen des Energieaudits betrachtet werden. Standorte oder Bereiche, die zusammen weniger als 10 % des Gesamtenergieverbrauchs ausmachen, können von der Betrachtung im Rahmen des Energieaudits ausgenommen werden. Während diese Regelung im Erstaudit noch gesondert je Unternehmen durchgeführt werden musste, gibt es bei Wiederholungsaudits dadurch eine Vereinfachung.

Seitens des BAFA (BAFA-Merkblatt 3.2.7) wurde die Möglichkeit geschaffen, dass Unternehmen das Energieaudit im Gruppenverbund durchführen können. Dies bedeutet, dass bereits im ersten Schritt alle Standorte und Gesellschaften zusammen genommen werden dürfen, um gemeinsam die 90 %-Regel anzuwenden.

Dadurch stellt sich nun die Frage, wie die 90 %-Regel bei einer Mischkonstellation von mehreren verbundenen Gesellschaften, die teilweise ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS betreiben angewendet werden kann.

Hier ist zu beachten, dass der sogenannte Gruppenverbund nur aus Gesellschaften zu bilden ist, die auch energieauditpflichtig sind. Gesellschaften, die bereits nach der ISO 50001/EMAS zertifiziert sind, haben ihre Pflicht nach dem EDL-G bereits erfüllt, sind somit nicht energieauditpflichtig und daher auch nicht in den Gruppenverbund und die Gesamtenergiebilanz hinzuzuzählen.

Bei der Frist zur Umsetzung ist zu beachten, dass ein Unternehmen bei Nachfrage durch das BAFA jederzeit in der Lage sein muss, einen Bericht vorzulegen, der nicht älter als vier Jahre ist. Daher endet die Umsetzungsfrist des zweiten Energieaudits für jedes Unternehmen individuell vier Jahre nach dem Abschluss des ersten Energieaudits. Stichtag ist hier das jeweilige Abschlussdatum des vorangegangenen Energieaudits (Unterschrift auf dem Energieauditbericht).

Im letzten Energieaudit war die Zeit für die Durchführung des Energieaudits aufgrund der kurzen Zeitdauer zwischen Veröffentlichung des Gesetzes und der Frist zur Umsetzung des Energieaudits häufig sehr knapp. Dies hat in vielen Unternehmen hohen Zeitdruck erzeugt. Daher empfehlen wir Ihnen, möglichst früh die Durchführung des Energieaudits zu planen.

Um über die Änderungen zu informieren haben wir eine Webinarreihe mit folgenden Themen durchgeführt:

  1. Anforderungen an Wiederholungsaudits: Ergebnisse und Erfahrungen aus dem ersten Energieaudit, Anforderungen an das Wiederholungsaudit
  2. Multi-Site Verfahren: was ändert sich bei Wiederholungsaudits: Anforderungen bei der Anwendung des Multi-Site-Verfahrens im Wiederholungsaudit
  3. Anwendung der 90 %-Regel bei verbundenen Unternehmen und Partnerunternehmen: Was ist bei der Anwendung der 90 %-Regel zu beachten?

Die Unterlagen zu den Webinaren schicken wir Ihnen gerne zu – sprechen Sie uns an!

Ansprechpartner bei Arqum: Annika Rudolph, Lena Strauß

 
2018-10-02T13:21:28+00:00