Streuobstwiesen – Bedrohtes Multitalent

>>Streuobstwiesen – Bedrohtes Multitalent

Die Streuobstwiesen haben den Namen dank ihrer Charaktereigenschaft „verstreut“ in der Landschaft zu stehen. Sie zeichnen sich durch hochstämmige Obstbäume aus und dienen einerseits der Obsterzeugung (sog. Obernutzung) und andererseits als Grünland (sog. Unternutzung), welches als Mähwiese oder Viehweide genutzt werden kann.

Streuobstwiesen machen 95% der gesamten Streuobstbestände in Deutschland aus und sind wichtiger Lebensraum für über 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten, sowie 3.000 Obstarten. Da sie extensiv, also meist ohne chemische Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger, bewirtschaftet werden ist diese Art der Obstgewinnung besonders umweltfreundlich.

Doch der deutsche Streuobstbestand war vor allem zwischen den 1950er bis 1970er Jahren durch Rodung gefährdet, was die Umwandlung in niederstämmige Monokulturen zur Folge hatte. Auch weiterhin sind Streuobstbestände durch Bebauung oder durch Intensivierung in Gartengrundstücken mit englischem Rasen, Zäunen, Hütten und Nadelbäumen in Ballungsräumen gefährdet. Im ländlichen Raum stellen vor allem Nutzungsaufgabe und Verbrachung eine Gefahr für den Streuobstbestand dar.

Der Erhalt dieser bedrohten Biotope ist nicht nur wichtig, um den Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schützen, sondern auch, da die Streuobstwiesen für Mitteleuropa so charakteristisch sind wie die Oliven- und Mandelhaine für Südeuropa. Denn nicht zuletzt profitieren auch die Verbraucher von regionalem Obst, das ohne lange Transportwege erntefrisch auf dem Markt landet. Doch damit sich der Erhalt der Streuobstwiesen wirtschaftlich für die Besitzer lohnt gilt: beim Einkauf unbedingt zu Obst aus der Region greifen!

 
2018-10-02T14:07:09+00:00