Das nationale Emissionshandelssystem (nEHS) ist seit 2021 ein zentrales Instrument der deutschen Klimapolitik und bepreist CO₂-Emissionen aus fossilen Brennstoffen, wie Benzin, Diesel, Heizöl oder Erdgas. Die Zertifikate werden dabei jährlich teurer – aktuell liegen sie bei 55 Euro pro Tonne. Im Sommer 2026 startet nun erstmals eine Versteigerungsphase in einem festgelegten Preiskorridor zwischen 55 und 65 Euro, wobei fehlende Zertifikate noch im Herbst 2026 für 68 Euro und in 2027 für 70 Euro zum Festpreis nachgekauft werden können.
Welche Folgen haben die teureren Zertifikate für Unternehmen?
Auch wenn die Pflichten formal bei den Inverkehrbringern liegen, werden die Kosten entlang der Lieferketten weitergegeben. Dies führt zu steigenden Preisen für Heizenergie, Kraftstoffe und Transportleistungen. Auch im Entsorgungsbereich werden höhere Gebühren erwartet, da Abfallverbrennungsanlagen seit 2024 ebenfalls Zertifikate erwerben müssen (vgl. Blogbeitrag zur Bepreisung nach dem BEHG).
Unternehmen sollten diese Entwicklungen in ihrer Finanzplanung berücksichtigen, da fossile Brennstoffe und abfallintensive Prozesse zunehmend höhere Kosten verursachen.
Wie können Unternehmen reagieren?
Sinnvolle Maßnahmen sind unter anderem Effizienzsteigerungen bei fossiler Energie und Wärme, die Elektrifizierung einzelner Prozesse sowie eine Reduktion von Abfallströmen. Dabei werden Effizienzmaßnahmen mit jeder Preissteigerung der Energieträger wirtschaftlich attraktiver.
Für die Inverkehrbringer selbst ist eine Registrierung bei der Energiebörse EEX für die Teilnahme an der Versteigerungsphase erforderlich. Für Betriebe, die nach der BEHG-Carbon-Leakage-Verordnung (BECV) entlastet werden, haben höhere CO₂-Preise einen direkten Einfluss auf Investitionsentscheidungen. Das liegt daran, dass gewährte Beihilfen nur ausgezahlt werden, wenn eine anteilige Re-Investition erfolgt.
Die Einnahmen aus dem nEHS fließen in den Energie- und Klimafonds und unterstützen Förderprogramme im Bereich Klimaschutz und Energiekostenentlastung. Die politische Zielrichtung ist eindeutig: Preisanreize sollen dazu führen, dass fossile Energien mittelfristig vermieden werden. Unternehmen, die frühzeitig reagieren, sichern sich Kostenvorteile und reduzieren gleichzeitig ihre Emissionen. Wer jedoch abwartet, wird steigende CO₂-Preise spürbar in der Betriebskostenstruktur wiederfinden. Ab 2027 ist eine Integration des nationalen Emissionshandels in den bestehenden europäischen Emissionshandel geplant. Hier liegt der Preis aktuell bei gut 70 Euro pro Tonne.
Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie Fragen zu den Auswirkungen des nEHS auf Ihr Unternehmen haben oder Unterstützung bei der Planung der Energie- und Betriebskosten benötigen.
Ihr Ansprechpartner bei Arqum: Jakob Kriebel
Stand: 5.2.26
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